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nach Thomas Mann

Autor: John von Düffel

Deutschsprachige Aufführungsrechte:
Deutscher Theaterverlag
Grabengasse 5
69469 Weinheim

Informationen
zum Autor:
John von Düffel kam 1966 in Göttingen zur Welt. Sein Studium der Philosophie, Germanistik und Volkswirtschaftslehre schloss er 1989 mit einer Promotion zur Erkenntnistheorie ab. Anschließend arbeitete er als Filmjournalist, Dramaturg und Theaterkritiker. Für das Thalia Theater in Hamburg erarbeitete er u. a. die erste Bühnenfassung des Romans Budden- brooks von Thomas Mann. Neben Arbeiten für unterschiedliche deutsche Theater war er 2008 Inhaber der Poetikprofessur an der Universität Bamberg. Von Düffel adaptierte diverse bekannte Stücke für die Bühne (u.a. Tschechow, Tolstoi, Storm, Shakespeare), verfasste viele erfolgreiche Theaterstücke, sowie Hörspiele, Übersetzungen und Essays.
Zum Stück: Die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ waren als Schelmenroman-Parodie auf Goethes „Dichtung und Wahrheit“ angelegt, enthalten aber auch autobiographische Züge..

Die feine Verflechtung von hedonistischer Lebenskunst, einvernehmlichem Täuschen und Sich-Täuschen-Lassen, Parallelenziehen zwischen Künstler und Kriminellen, waghalsigem Doppelleben und ungeläutertem Narzissmus schafft ein mehrdimensionales Gesamtwerk, das bei Publikum wie Kritikern Anklang fand.

Manns sprachlich vollendeten Stil übernimmt Düffel für seine Bühnen- adaption passagenweise im Original und ändert Details der Handlung nur behutsam ab. Jedoch gelingt es ihm durch das Medium des Theaters die Person des Erzählers Krull zu hinterfragen, ihm eine verletzliche Plastizität zu verleihen, die uns erlaubt, die Konsequenzen seines Scheinlebens zu erahnen. Er wirft die Frage auf, inwiefern man eine eigene Identität erfinden, ob eine Persönlichkeit ohne biografisches Fundament Bestand haben kann. Oder ob einen die verdrängten Wahrheiten plötzlich zur Rechenschaft zwingen.

Eigentlich hatte Thomas Mann die „Bekenntnisse“ als die mehrbändigen Memoiren eines gereiften, zurückgezogenen Krull konzipiert, doch der 1909 begonnene und erst 1945 vollendete erste Teil sollte für immer der einzige der Reihe bleiben. So erfahren wir nichts über die geplanten Abenteuer als Dieb, im Zuchthaus, Krulls Ehe, oder seine Flucht in den Ruhestand.

Deshalb wollen auch wir uns an die gesicherten Aufzeichnungen halten, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit berichten und uns das jähe Ende ausmalen, das Krull am Ende seines Manuskripts erwartet...
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